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Walther Rathenau

Ich kämpfe gegen das Unrecht,
das in Deutschland geschieht,
denn ich sehe Schatten aufsteigen,
wohin ich mich wende.
Ich sehe sie, wenn ich abends durch
die gellenden Straßen von Berlin gehe;
wenn ich die Indolenz unseres
wahnsinnig gewordenen Reichtums erblicke,
wenn ich die Nichtigkeit
kraftstrotzender Worte vernehme
oder von pseudogermanischer
Ausschließlichkeit berichten höre.
Eine Zeit ist nicht deshalb sorgenlos,
weil der Leutnant strahlt und
der Attaché voll Hoffnung ist.
Seit Jahrzehnten hat Deutschland
keine ernstere Periode durchlebt
als diese; das stärkste aber,
was in solchen Zeiten geschehen kann, ist:
das Unrecht abtun.

Walther Rathenau, 1911
Quelle: wikipedia.org

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